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Die DIN/EN Norm als Wegweiser beim Kauf von Heimtrainer und Ergometer


Manche werden sich fragen, warum Normen bei Heimtrainern und Ergometern von Bedeutung sein können. Tatsächlich gibt die DIN/EN Norm wesentliche Hinweise für die Kaufentscheidung Zuvor soll geklärt werden, was denn eigentlich die wichtigsten Unterschiede von Heimtrainern und Ergometern ausmachen.

Heimtrainer und Ergometer

Unter Heimtrainern versteht man Geräte für sportliche Zwecke für den Gebrauch im Haus, in der Wohnung, aber auch in Anlagen, die im Urlaub verfügbar oder auch in Fitnessclubs verfügbar sind. Das Gerät steht hierbei auf der Stelle in geschlossenen oder offenen Räumen und ist zum Fahren bzw. Trainieren geeignet. Es finden sich unter den Heimtrainern Laufgeräte (z.B. zur Simulation von Joggen oder Skifahren), die gewisse sportmedizinische Effekte hervorrufen können.

Der Begriff Ergometer kommt wörtlich genommen aus dem Griechischen (“ergon” für Arbeit, “metron” für Maß. Ergometer ermöglichen zielgerichtetes Trainieren, da die erbrachte Leistung gemessen wird. Mit Ergometern können Leistungen des Körpers genau fixiert und auch unter den gleichen Voraussetzungen wiederholt und damit objektiver eingeordnet werden. Ergometer sind neben dem Einsatz im Sport auch in den Arztpraxen und Rehabilitationsmaßnahmen eingesetzt und werden darüber hinaus heute immer stärker privat genutzt. Im Bereich Freizeit und Fitness sind Ergometer mittlerweile breit aufgestellt, auch deshalb, weil Ergometer wetterunabhängig sind und mittels verschiedener Trainingsprogramme über einen Computeranschluss jederzeit den Abruf von Leistungsdaten ermöglichen. Ergometer werden insbesondere in Form von Fahrrädern, Crosstrainern, Laufbändern genutzt, aber auch Ruderergometer gewinnen verstärkt an Beliebtheit.

Es gibt gesetzlich festgelegte Unterscheidungen von Heimtrainern und Ergometern. Ergometer müssen komplett über eine Anzeige der jeweiligen Leistung in Watt verfügen und dürfen auf keinen Fall bestimmte Messwerte überschreiten. Bei Überschreitung des Wertes sind sie als Heimtrainer zu bewerten, die nach den Normen für Sportgeräte DIN/EN keine Wattangaben führen dürfen. Allenfalls eine Anzeige in kcal ist bei Heimtrainern nach den gesetzlichen Bestimmungen erlaubt.
Hier ist anzumerken, das eine Gerät das nicht mal in der Lage ist, die erbrachte Leistung korrekt zu bestimmen, natürlich auch keinen realistischen Werte für Kalorienverbrauch oder Geschwindigkeit ermitteln kann, da letztere von der Leistung abhängen.

Was versteht man unter den DIN/EN-Normen ?

Die Abkürzung EN bedeutet “Europäische Norm”. Europäische Normen sind Regelwerte und müssen von den europäischen Komitees für Standardisierung ratifiziert werden. Alle EN-Werte sind nach fünf Jahren einer Überprüfung hinsichtlich ihrer aktuellen Relevanz unterworfen. Nationale Normen, also auch DIN-Normen, müssen dann abgeschafft werden, wenn sie mit dem EN-Normen nicht übereinstimmen. EN-Normen werden in Deutschland als DIN-EN-NORM offiziell beschrieben.

Die Klassen (H)eim und (S)udio

Auch im Bereich der Heimtrainer und Ergometer sind mittlerweile EN-Normen Pflicht. Fitnessgeräte werden in der EN unter der Nummer 957 eingeteilt. Wichtig hierbei sind dabei die S- und H-Klassen. Unter der S-Klasse versteht man hierbei, dass die Geräte auch in den Sportclubs, in Hoteleinrichtungen und Fitnessstudios sowie in schulischen Einrichtungen verwendet werden können und dort beaufsichtigt werden müssen, die der Eigentümer der Anlage zu regeln hat. H bedeutet als Abkürzung, dass die Geräte nur für den Gebrauch im Heim, also in der Wohnung,bestimmt sind.

Die Klassen A bis C

Die Untergruppe EN 957-1/5 für Heimtrainer und Ergometer, die uns hier besonders interessiert, wird dabei weiter in die Klassen A bis C differenziert. Bei den Geräten der Klasse A ist unbedingt ein Freilauf vorgeschrieben. Die erbrachten Leistungen sind in Watt anzuzeigen, Wattzahlen können aber auch über Drehzahl und Bremsstufe eruiert werden. Vorgeschrieben ist eine einstellbare Wattleistung von mindestens 250 Watt; die Leistungsermittlung darf von der Realleistung bei einer Wattleistung bis 50 Watt nur höchstens fünf Prozent differieren, bei einer höheren Wattleistung höchstens zehn Prozent. Bei der B-Klasse muss ein Freilauf vorhanden sein, wobei die Leistungsermittlung nicht in Wattzahlen erfolgen darf. Verstellbarkeit bzw. Ablesbarkeit von Bremsmoment und Bremsstufe ist vorgeschrieben. Die Klasse C benötigt keinen Freilauf, sofern das Schwungmassengewicht dem nicht entgegensteht.

Die Gerätegruppen

Bei den EN-Normen unterscheidet man zwischen acht klar getrennten Gruppierungen. Die Norm EN 957-1 kennzeichnet die Anforderungen im Sicherheitsbereich einschließlich der Prüfungsprozesse für sogenannte stationäre Fitnessgeräte. Unter EN 957-1 werden Anforderungen hinsichtlich der Sicherheit von stationären Trainingsgeräten festgelegt. Dies gilt für standardisierte Regeln bezüglich der Konstruktion und der entsprechenden Materialien der Geräte, was Maßnahmen betrifft, die Unfälle verhüten sollen (z.B. Mindestabmessungen, Sicherheit der elektrischen Installationen, Umweltverträglichkeit und Kippsicherheiten). Die Regel EN 957-1 ist hierbei aufgeteilt in Untergruppierungen. Hierzu gehören beispielsweise EN 957-1/2 für Geräte zum Krafttraining, EN 957-1/5 für Heimtrainer und Ergometer, EN 957-1/6 für Laufbänder oder auch EN 957-1/7 für Rudergeräte.

Wenn Sie beispielsweise einen Heimtrainer erwerben möchten und auf dem Gerät die Bezeichnung TÜV H/C finden, ist damit gemeint, dass Sie ein Gerät angeboten bekommen, das nur für den Heimbereich vorgesehen ist und der Stufe C als einfaches Trainingsgerät (siehe oben) zuzuordnen ist. Sicherheitsmäßig entsprechen diese Geräte damit grundlegenden Bestimmungen, was nicht heißt, dass sie auch komfortablere Ausstattungsmerkmale wie Computersteuerung oder Pedalfreilauf aufweisen können. Die EN-Norm gibt lediglich Auskunft über EN-Mindestanforderungen.

Die alte DIN-Norm

Die DIN 32932 ist für Sie nur von Bedeutung, wenn sie ein gebrauchtes Gerät erwerdeb wollen. DIN ist als Abkürzung für “Deutsche Industrienorm” gebräuchlich. Normen für Fitnessgeräte im Heimbereich sind in der DIN 32932 festgelegt. Die Klassen von A bis D differenzieren Heimgeräte zusätzlich.

DIN 32932 A entspricht der Norm für Ergometer. Diese haben eine besonders große Messgenauigkeit und Leistungsdarstellung in Wattangaben aufzuweisen. Darüber hinaus ist zwingend vorgeschrieben, dass auch die Leistungssteuerung mit Wattvorgaben zu ermöglichen ist. Diese Leistung muss hierbei bis 250 Watt zu regeln sein. Abweichungen bei der Datenanzeige oder Leistungsermittlung dürfen nicht höher als zehn Prozent ausmachen. Überdies ist ein Freilauf vorgeschrieben. Die Geräte sind nach dieser DIN-Vorgabe auch im Therapiebereich nutzbar.

DIN 32932 B gilt für “hochwertige Heimtrainer”. Wattanzeigen sind bei diesen Geräten nicht zugelassen. Das Schwungmassengewicht muss über fünf Kilogramm hinausgehen und entsprechend qualitativ gut verarbeitet sein. Die Veränderbarkeit des Tretwiderstandes muss durch eine reproduzierfähige Bremskraftverstellung erfolgen können, und dies entweder mit der Hand oder über eine computergesteuerte Vorrichtung. Freilauf wird vorausgesetzt. Diese Geräte dürfen nur privat genutzt werden.

Unter DIN 32932 C werden Heimtrainer mit nur geringer Schwungmasse gefasst, die keine reproduzierfähige Bremskraftverstellung vorweisen müssen. Auch ein Freilauf ist nur bei größeren Schwungmassen nötig. Bei dieser Klasse dürfen diese Geräte ebenfalls nur privat gebraucht werden.

Wenn Sie DIN- und EN-Normen für Fitnessgeräte vergleichen, werden Sie nur marginale Unterschiede finden. In beiden Normensystemen ist deutlich eine Abgrenzung von Heimtrainern und Ergometern zu sehen. Bindend für Heim- und Ergometer sind aber in jedem Fall die EN-Vorgaben, die nationale Normensysteme abgelöst haben. Insbesondere die genauere Leistungsmessung mit Wattangaben, die letztlich auch erst ein zielgerichtetes Training ermöglichen, unterscheiden hierbei Ergometer von Heimtrainern. Bei dem Kauf eines Ergometers oder Heimtrainers sollte man sich immer für den Ergometer entscheiden. Neue Geräte sollten also auf jeden Fall die Norm EN 957-1/? HA oder besser noch EN 957-1/? SA erfüllen