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Kreatin


Kreatin – Definition und Wirkungsweise


Kreatin ist eine natürliche Substanz, die körpereigen in Niere und Leber aus drei verschiedenen Aminosäuren, Methionin, Glycin und Arginin, als Zwischenprodukt des Stoffwechsels gewonnen wird. Kreatin wird insbesondere als Energielieferant im Zusammenspiel mit ATP bei muskulärer Belastung des Körpers benötigt.

Verrichtet der Muskel Arbeit, benötigt er zur Ausführung Energie. Dabei wird das, stets in Muskelzellen vorhandene, ATP in das Abfallprodukt ADP zersetzt, wobei Energie freigesetzt wird, die zur Kontraktion des Muskels führt. Kreatin, das ebenfalls als Kreatinphosphat in der Muskelzelle vorhanden ist, sorgt durch seine Aufspaltung für einen schnellen und effektive Wiederaufbau des ATP im Muskel, was der Leistungsfähigkeit des Muskels zu Gute kommt. Kreatin versorgt den Muskel demnach mit kurzfristig abrufbaren, die Leistung steigernden, Energiereserven.

Nach einigen bisher nicht belegten Forschungsmeinung soll Kreatinzufuhr auch kurzfristig die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit des Gehirns steigern und das Unterhautgewebe stärken, was der Therapie von Cellulite bzw. Organgenhaut dienen soll.Da leistungsteigernde Wirkungsweisen nicht bewiesen sind, wird Kreatin auf keiner Dopingliste geführt und fällt nicht unter die verbotenen Substanzen im Sinne des Arzneimittelgesetzes.

Kreatinquellen und Aufnahme


Als natürliche Substanz wird Kreatin vor allem durch den Verzehr von dunklem Fleisch, insbesondere Wild aufgenommen. Sehr geringe Mengen lassen sich auch durch Genuss von Fischen aufnehmen.Darüber hinaus erfreuen sich bei Breiten- und Leistungssportlern gleichermaßen Kreatinsupplemente in Pulver- oder Tablettenform größter Beliebtheit. Selbst Kreatinkaugummis sind auf dem Markt erhältlich.

Nach derzeitigem Stand der Forschung kann der Körper täglich bis zu 20 Gramm Kreatin aufnehmen. Über diesem Wert liegende Mengen werden in der Niere zum Abfallprodukt Creatinin zerspalten und über den Urin ausgeschieden.

Kreatin im Sport


Besonders Kraftsportler erhoffen sich durch die teilweise enorm überdosierte Einnahme von Kreatin Kraft- oder Leistungssteigerung und Muskelzuwachs. Dabei lassen sich zwei Wirkungsweisen unterscheiden.

Zum einen unterstützt, wie bereits oben beschrieben, die hohe Einnahme von Kreatin den Muskel bei der Regeneration von Energie. Durch die Supplementierung von Kreatin soll die Regenerationsphase des Muskels verkürzt werden, was intensiveres und häufigeres Training ermöglich soll. Nach wohl herrschendem Forschungstand lässt sich diese Wirkung durchaus nachvollziehen, muss aber kritischer gesehen werden als allgemein publiziert. Sinnvoll sein wird diese verkürzte Regeneration nur bei Leistungssportlern oder enorm intensiv Trainierenden, bei denen die sonstigen Rahmenbedingungen wie Ernährung und ausreichend Schlaf, bereits hinreichend optimiert wurden.Die Supplementierung von Kreatin kann daher keinesfalls ein effizientes und durchdachtes Training ersetzen.

Darüber hinaus bindet Kreatin zugeführtes Wasser im Muskel, was zu erhöhter Leistungsfähigkeit und Kraft führen soll. Durch die, für die Dauer der Supplementierung anhaltenen Kraftsteigerung, soll nunmehr ein Muskelaufbau von bis zu 5 Kilo oder eine sonstig erhöhte Leistungsfähigkeit erreicht werden.

Insofern verwundert es nicht, dass Kreatin insbesondere im Kraftsport supplementiert wird. Diese Wirkungsweise konnte zwar bisher noch in keiner seriösen Versuchsreihe eindeutig nachgewiesen werden, scheint aber auch nicht allzu unwahrscheinlich.

Nebenwirkungen und Risiken


Die Nebenwirkungen und Risiken des Kreatinkonsums sind bisher weitgehend ungeklärt. Vereinzelte Stimmen in medizischer Forschung und Literatur wollen aus Versuchsreihen eine Vergrößerung des Herzmuskels bei Kreatineinnahme entdeckt haben.

Da Herzmuskulatur und Skelettmuskulatur aber unterschiedliche Strukturen aufweisen, wird diese Nebenwirkung von der Mehrheit der medizinischen Forschung als unwahrscheinlich bezeichnet. Häufig bei Überdosierung sind aber durch das Abfallsprodukt Creatinin resultierende Blähungen, Magenschmerzen und Durchfall.

Ebenfalls kann es zu übermäßig hoher Nierenbelastung kommen, die im Extremfall Nierensteine – und/oder Versagen zur Folge haben kann.